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Der Herr der Ringe

 
Von: Arnd von Bülow
 

Im Zuge der aufwendigen Neuverfilmung von Tolkiens Fantasy Epos "Der Herr der Ringe" rollt auch die Lawine der Merchandising- Artikel. Auf diesen Zug ist auch der Kosmos Verlag aufgesprungen, dem, um es vorweg zu nehmen, ein außergewöhnliches Spiel gelungen ist.
Beim ersten Durchsehen der Spielmaterialien fallen einem die vielen Spielbretter auf. In den Vorabmeldungen war auch immer wieder von "3 Meter Spiellänge" die Rede, die sich auch ergeben, würde man die Spielbretter aneinander reihen. So gibt es den Hauptspielplan, auf dem sich neben der Spiel entscheidenden "Finsternisanzeige" auch die Anzeige der Stationen der Spielfiguren befinden. Diese Stationen selbst, es sind vier, werden dann auf gesonderten "Abenteuerspielplänen" gespielt (Moria, Helms Klamm, Kankras Lauer und Mordor). Im allgemeinen geht es bei dem Spiel um den ewigen Kampf des Guten gegen das Böse. Die Guten sind in diesem Falle die Spieler, die jeder eine Hobbit-Figur zugewiesen bekommen. Zur Auswahl stehen Frodo, Sam, Pippin, Merry und Dick, die auch in der angegebenen Reihenfolge verteilt werden – d.h. wird das Spiel beispielsweise nur mit 3 Personen gespielt, bleiben Merry und Dick im Karton. Nun positioniert jeder Spieler seine Figur bei 0 auf der Finsternisanzeige (0 – 15 = hell – dunkel). Der ganz besondere Charme des Spiels ist, dass die Spieler in klassischer Rollenspiel-Manier nicht gegeneinander, sondern miteinander spielen. Der Gegenspieler ist die Sauronfigur, die je nach gewählter Schwierigkeitsstufe zwischen den Feldern 10 – 15 der Finsternisanzeige platziert wird. Nun beginnt die Reise der Hobbits in Beutelsend, den Heimatort Frodos. Man folgt den Anweisungen, die meist daraus bestehen, sogenannte Hobbitkarten zu ziehen, oder die Gruppe bzw. der einzelne Spieler soll eine gewisse Anzahl von Karten mit bestimmten Symbolen entrichten, um "böse Ereignisse" zu verhindern. Die "bösen Ereignisse" bestehen darin, dass entweder ein Spieler ein oder mehrere Felder in die Finsternis rückt oder die Sauronfigur ein oder mehrere Felder in die Helligkeit bewegt wird. Trifft sich ein Spieler mit der Sauronfigur, ist das Spiel für ihn beendet. Die anderen können auch dann noch so lange weiter spielen, bis der Ringträger (wird nach jeder Runde der, der auf dem Aktionsplan die meisten Ringsymbole gesammelt hatte) und die Sauronfigur zusammentreffen. Dies gilt es natürlich durch das Einlösen gesammelter Symbole etc. zu verhindern. Schaffen es die Hobbits Mordor zu erreichen und den Ring zu vernichten, bevor der Ringträger auf der Finsternisanzeige auf Sauron trifft, haben sie gewonnen und damit Mittelerde gerettet.
Fazit: Das Spiel überzeugt durch sein außergewöhnliches Spielprinzip. Mit "Der Herr der Ringe" hat Kosmos wieder einmal bewiesen, dass innovative Spielideen noch lange nicht verbraucht sind. Eine schöne Aufmachung, die Liebe zum Detail und eine gute Umsetzung begeistern sowohl große, als auch kleine Gruppen. Vor allem für Liebhaber des Buches ist das Spiel ein Muss.


Preis: 31,- EUR
Bezugsquelle: im Fachhandel
Alter: ab 10 Jahren
Spielart: Taktikspiel
Anzahl Spieler: 2-5
Spieldauer: ca. 70-90 min.
Rezension von: Arnd von Bülow

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